Politisches und konjunkturelles Umfeld
Das Jahr 2025 war für die Finanzmärkte von wechselhaften Entwicklungen, vielfältigen Einflussfaktoren und wechselnden Marktstimmungen geprägt. Ein turbulenter Jahresauftakt, ausgelöst durch umfassende US-Zollankündigungen des neuen amerikanischen Präsidenten, führte zunächst zu erhöhter Unsicherheit, spürbaren Kursrückgängen und einer angespannten Handelsumgebung. Im weiteren Jahresverlauf stabilisierten sich die internationalen Märkte jedoch, gestützt durch anhaltende Zinssenkungserwartungen der US-Notenbank sowie eine teilweise Beruhigung der geopolitischen Spannungen. Diese Rahmenbedingungen prägten die Dynamik der verschiedenen Anlageklassen über das gesamte Jahr hinweg.
Mehrere Staaten – darunter Deutschland, USA und China – weiteten ihre Staatsverschuldung deutlich aus, insbesondere infolge hoher Ausgaben für Rüstung und Infrastruktur, teils unter Aussetzung fiskalischer Regeln wie der Schuldenbremse.
Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich uneinheitlich. Die Aussicht auf eine fortgesetzt lockere Geldpolitik stützte die Marktstimmung über weite Strecken des Jahres. Insbesondere die Investitionen in Künstliche Intelligenz standen im Fokus, wovon vor allem US-Technologiekonzerne und deren Zulieferer entlang der Wertschöpfungskette profitierten. Gegen Jahresende setzte eine spürbare Sektorrotation ein: Kapital floss von den US-Technologiewerten in defensivere Branchen wie dem Gesundheitswesen, Basiskonsumgüter und Versorger. Der Schweizer Aktienmarkt wurde durch diese Marktentwicklung gestützt, da er traditionell eine höhere Gewichtung im Pharma-Sektor aufweist. Schwellenländeraktien erhielten zusätzliche Impulse durch den geschwächten US-Dollar, der ihre Exportwirtschaft stärkte und die internationale Wettbewerbsfähigkeit steigerte.
Die Obligationenmärkte zeigten über das Jahr verteilt ein gemischtes Bild. Die Schweizerische Nationalbank senkte den Leitzins im Juni auf null Prozent, während die US-Notenbank bis zum Dezember mehrere Zinssenkungen zur Stützung der Konjunktur durchführte und dabei dem Arbeitsmarkt gegenüber dem Inflationsrisiko Priorität einräumte. Die Zinssenkungszyklen in der Schweiz und Europa sind weitgehend abgeschlossen, was auf eine länger anhaltende Phase tiefer Zinsen hindeutet. Entsprechend blieben die Renditen für Schweizer Obligationen auf niedrigem Niveau.
Die Inflation entwickelte sich über das Jahr rückläufig, allerdings mit nachlassender Dynamik. Zentralbanken passten ihre Geldpolitik an die veränderte Konjunktur und die Inflationserwartungen an. Geopolitische Spannungen sowie die Entwicklung des US-Dollars prägten die Kapitalmärkte massgeblich. Edelmetalle wie Gold und Silber verzeichneten deutliche Kursgewinne und profitierten sowohl von ihrer Rolle als sichere Häfen als auch von der Dollar-Schwäche.
Der Schweizer Immobilienmarkt zeigte 2025 ein angespanntes Bild. Am Mietwohnungsmarkt blieben neue Bauimpulse weitgehend aus, was die seit Jahren sinkenden Leerstände nicht ausreichend entschärfte. Die tiefere Zahl an Baugesuchen trübte die Hoffnung auf ein wachsendes Angebot, obwohl die konjunkturbedingt schwächere Zuwanderung den Druck leicht dämpfte. Im Jahr 2025 gewannen Umnutzungsprojekte von Büros zu Wohnungen in urbanen Zentren an Fahrt – sie helfen, der Wohnungsnot entgegenzuwirken. Gleichzeitig liess die Nachfrage nach Büroflächen wegen eingetrübter Konjunkturerwartungen nach. Das anhaltende Tiefzinsumfeld lenkte erneut viel Kapital in Immobilienanlagen.